„Jetzt erst recht …“

Das Reaktanz-Phänomen und deine Selbstdisziplin

Warum geht unser Inneres oftmals in eine „Gegenposition“, und sabotiert uns, wo wir es doch wahrlich „gut mit uns selbst“ meinen ?

Wie sehr kann man daran verzweifeln, sich immer wieder vorzunehmen, Dinge nicht zu vergessen und dann geschieht es doch wieder ? Man denkt schon an beginnende Demenz…

Wie frustrierend ist es, Kindern oder Partnern immer wieder das selbe zu sagen: ohne Ergebnis ?

Für diese mangelnde Kooperation gibt es einen Grund: Die Freiheitsliebe unseres Inneren. 
Die Psychologie hat dafür sogar einen Namen: „Psychologische Reaktanz“. 

Die Praxis:

 

Das Phänomen ist ganz besonders bei Kindern gut beobachtbar:

Die Mutter sagt Zieh‘ dir eine Haube an, es ist kalt.

Kaum außer Sichtweise wandert die Haube in die Manteltasche. Egal ob kalt oder nicht.

Die Mutter sagt: Du MUSST jetzt Hausaufgaben machen !

Kaum ist die Türe zu, wird das Handy hervorgeholt und Tiktok angewählt.

Der Vater sagt: So geht das nicht weiter ! Du MUSST bessere Noten bekommen !
Das Kind hasst daraufhin den Lehrer noch mehr und lernt noch weniger.
 
Die Mutter sagt: Für Alkohol bist du noch viel zu klein.
Was geschieht hinter ihrem Rücken ? Es wird probiert !!
 

Im Alltag Erwachsener Menschen geschieht ähnliches:

Jemand MUSS noch den Müll runterbringen.
Natürlich bleibt er oben. Keiner will es tun.

Schatz, du MUSST heute meine Mutter anrufen und ihr zum Geburtstag gratulieren.
Wie hoch die Chance ohne merhfache Erinnerung ?
 
Wir MÜSSEN darauf achten, das Fenster zu schließen !
Der Gewitterregen durch das offene Fenster ist programmiert !
 
Ich MUSS um 13 Uhr am Bahnhof sein.
Kann gut sein, dass ich etwas vergesse, umkehren muss und zu spät bin.
 
Fragen wir uns hier überhaupt, ob das ohne weiteren Druck geschehen wird ? Bzw wie angenehm es geschieht ?
 
Gehen wir zu uns selbst:
Ich MUSS endlich weniger essen !
Ich MUSS noch eine Mail schreiben, bevor ich schlafen gehe.
Ich MUSS noch bei einem Kunden vorbeifahren.
Ich MUSS sehen, täglich zum Sport zu kommen.
Ich MUSS unbedingt ab heute täglich meditieren.
 
Drei mal darfst du raten, was geschieht …
 

Der Hintergrund

Die sogenannte psychologische Reaktanz ist eine Reaktion, die durch irgend eine Art von Druck ausgelöst wird.

In allen diesen Fällen fühlt sich der Mensch auf die eine oder andere Art eingeschränkt und tut , wenn es möglich ist, genau das Entgegengesetzte.
 

Dieser Reaktion liegt der Wunsch zugrunde, sich eine Freiheit wieder zu nehmen, die man als eingeschränkt empfindet. Selbst wenn diese Freiheit real gar nicht tatsächlich existiert.

Denn: 
Der Müll sollte wirklich runtergebracht werden.
Eine Haube aufzusetzen, ist im Winter sogar angenehmer.
Das offene Fenster kann Schäden verursachen. Das will man keinesfalls.

Wenn ein Termin um 13 Uhr am Bahnhof ansteht, dann ist es wahrscheinlich, dass man das selbst so will oder freiwillig tut.

Wir und unser Inneres


Zwischen uns und unserem Inneren ist es genau dasselbe.
In aller Regel wollen unsere inneren Anteile ihre eigene Entscheidungsfreiheit haben und behalten. Das ist der Grund, warum wir intensiv an der Freundschaft mit uns selbst arbeiten.
 
Doch: Auch die Wort-Magie hat hier ihren Einfluss.
Das kleine Wörtchen „MÜSSEN“ ist für Kinder und Erwachsene ein Garant für Unwillen und Unmut.
 
Es gibt eine Lösung: Lass‘ uns mal das kleine Wörtchen „dürfen“ testen: 
Du darfst eine Haube anziehen, es ist draußen kalt.
Du darfst jetzt Hausaufgaben machen, dann kannst du früher spielen.
Ein wenig darfst du an deinen Noten noch arbeiten. Wie kann ich dich unterstützen ?
Du darfst einen kleinen Schluck Wein kosten, aber nicht mehr, weil du gesund groß werden willst.
 
 
Und im Erwachsenen-Modus:
Irgendjemand darf noch den Müll runterbringen, bevor wir essen !
Es ist wichtig, dass die Fenster zu sind.
Ich darf vor dem Schlafengehen noch eine kurze Mail schreiben.
Ich darf noch zu einem Kunden fahren, bevor ich heimkomme.
Ich darf jeden Tag Sport machen. Welch ein Luxus !
Ich gönne mir täglich eine Meditation.
 
Auch wenn man in allererster Reaktion denken könnte, dass dies nur eine „Um-Formulierung“ ist und nicht wirklich etwas ändert, bemerkt man bald, dass es sich tatsächlich anders anfühlt, zu sagen: Ich darf heute fasten oder ich darf in die Arbeit gehen.
 
Tatsächlich dürfen wir alles, was uns gut tut. Niemand garantiert es uns, wir haben weder auf Gesundheit noch auf Glück ein eingeschriebenes Recht. Was wir haben, sind die Möglichkeiten, die Dinge so zu gestalten, wie es gut für uns ist.
 
Also mit voller Überzeugung:
Nachdem ich diesen Beitrag fertig geschrieben haben werde, darf ich in den Hausfrauen-Teil meines Tages gehen und meiner Familie etwas kochen, die Spülmaschine ausräumen und den Garten gießen. Danach darf ich noch einigen Kunden schreiben, meinen Newsletter für morgen planen und eine 60-Grad-Wäsche starten. Vermutlich recht späte darf ich mich in ein warmes weiches Bett legen, und mich gut und in Sicherheit fühlen. 

Ein glückliches Leben !

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