So einfach gesagt, ist diese Frage natürlich provokant. Doch gibt es immer wieder Menschen, die genau das behaupten.

“Ausdauersport macht dick.”
“Joggen baut Körperfett auf.”

Behauptungen, die man immer wieder liest oder hört. Haben sie einen wahren Kern ?

Hier kann ich ganz klar sagen: Das kommt darauf an.

Joggen macht ganz bestimmt niemanden dick.

Die Lösung ist ganz einfach:

Eine Kalorienbilanz, die mehr zuführt, als der Mensch verbraucht, macht dick.

Worin besteht nun das Problem mit dem Joggen und warum machen immer wieder Menschen die Erfahrung, dass sie regelmäßig Sport treiben, sich dabei tapfer “abschuften” und dennoch “kein Gramm weniger” an Fett am Körper haben ? Evenentuell sogar kontinuierlich Gewicht zulegen ?

Hierfür gibt es mehrere wichtige Dinge zu wissen:

1. Alleine die Kalorienbilanz zählt.

Wenn man weniger Kalorien zuführt, als man verbraucht, greift der Körper auf seine Fettreserven zu. Wenn man mehr zuführt, als man verbraucht, baut der Körper Fettreserven auf. So einfach ist das.

Doch was hat das mit dem Joggen zu tun ?

2. Ausdauersport verbraucht weniger Kalorien als man oftmals glaubt,

wenn man verschwitzt und erschöpft endlich wieder zuhause angekommen ist.

Ein Beispiel:

Eine Frau, 20 Jahre, 55 Kilogramm verbraucht bei
30 Minuten Joggen (ca. 8 Km/h) 241 Kcal.
Bei mäßig aktivem Leben verbraucht sie pro 24 Stunden etwa 2200-2300 Kcal.
Berechnet man nun die Kalorien, die sie in wachem Zustand pro Stunde verbraucht, so kommt man auf etwa 100 Kcal, also 50 Kcal in den 30 Minuten.
Das bedeutet, sie hat 191 “Netto-Kcal” während des Joggens mehr verbraucht, als wenn sie nicht gejoggt wäre.
191 Kcal sind nicht sehr viel, gerade mal 8% des Tagesverbrauchs.

Sie könnte also nun zusätzlich essen (grobe Werte):

  • Eine Semmel (ohne Butte oder Auflage)
  • Einen halben Liter Eistee
  • Einen kleinen Becher Fruchtjoghurt
  • 35g Milchschokolade

    Das ist weniger, als das, wonach man sich nach dem Joggen manchmal fühlt.Deinen eigenen Kalorienverbrauch beim Joggen kannst du hier berechnen.

3. Ausdauersport regt den Appetit an.

Man fühlt sich, als hätte man sich verausgabt und müsste nun den Körper für die Anstrengung belohnen. Dabei schießt man gerne mal über das Ziel hinaus und isst mehr, als man eigentlich durch den Sport verbraucht hat.

Einer meiner Freunde, der eine Kampfsportschule besitzt, berichtet immer wieder von Teilnehmern seiner Kurse, die sich zwei Stunden lang mit viel Kraft auf das anstrengende Training konzentrieren. Danach, um sich für die Anstrengung zu “belohnen”, gibt es einen Hamburger, eine Portion Pommes und eine große Cola. Sie fühlen sich nachher noch immer verausgabt vom Sport und spüren es, gut trainiert zu haben.

Doch …

Die Bilanz:
-1200 Kcal beim Sport verbraucht
+550 Kcal 1 Bigmac
+490 Kcal 1 große Pommes
+210 Kcal 1 große Cola
+50 Kcal in SUMME
Keine Wunder, dass hierbei das Körperfett stabil bleibt …

4. Aber: Ausdauersport regt AUCH den Stoffwechsel an.

Wenn man also regelmäßig Ausdauersport betreibt, funktioniert das Verbrennen von Kalorien besser. Auch nach dem Sport können wir spüren, wie der Körper noch auf einem höheren Aktivitätsniveau ist, und intensiver arbeitet, beispielsweise um Schadstoffe abzutransportieren, die beim Sport frei geworden sind. Das fühlt sich gut an und hilft natürlich auch beim Abnehmen.

Der Körper verbrennt bei Ausdauersport anteilig mehr Fett als beim Kraftsport. Kraftsport ist aber absolut wichtig, um dem Körper zu signalisieren, dass man seine Muskeln benötigt, und er lieber auf die Fettreserven zugreifen sollte, als auf die Muskeln. Außerdem bedeuten mehr Muskeln auch mehr Grundumsatz des Körpers.

5. Der Körper kann sich auf bestimmte Belastungen einstellen

Er kann diese sehr energiereffizient werden lassen. Evolution ist ein sehr langsamer Prozess. Physisch leben wir noch immer in Zeiten einer vor-Industriellen Entwicklung. Der Körper geht immer den Weg der geringsten Anstrengung und des geringsten Energieverlustes, denn das ist für ihn der Weg der höchsten Überlebenswahrscheinlichkeit. Wenn man jeden Tag dieselbe Strecke Joggt, die gleichen Kurven, die gleichen Steigungen, den gleichen Wechsel zwischen Asphalt, Wiese, Waldboden, dann gewöhnt sich der Körper an genau das. Er ist nicht mehr herausgefordert, Energie zu mobilisieren, weil er schon genau weiß, was hinter der nächsten Biegung geschehen wird. Er wird hyper-effizient und verbrennt immer weniger Fett bei der gleichen Tätigkeit.

  • Laufe doch mal die gleiche Strecke in umgedrehter Reihenfolge
  • ändere den Weg, laufe mal langsam und lange,
  • mal schnell und kurz,
  • baue Sprint-Phase ein und am nächsten Tag
  • einen einstündigen gemütlichen Erholungslauf.

Dadurch merkt der Körper: Ich muss aufmerksam sein ,ich muss mich anpassen, ich werde gefordert und (vor allem !) ich werde gebraucht !”

Sport ist wichtig wenn man abnehmen will. Aber die Wahrheit lautet:

höchstens 30%, eher sogar 15% des Erfolges gehen auf Sportkonto, der Rest ist: Kalorienbilanz und eine positive mentale Einstellung.

Was also kannst du tun, um mit Ausdauersport abzunehmen?

1. Die zusätzlich verbrauchten Kalorien vorsichtig und mit Bedacht zu dir nehmen.

2. Unbedingt Ausdauersport mit Kraftsport verbinden. Dadurch signalisierst du deinem Körper: “mach dich an die Fettreserven, denn die Muskeln werden noch gebraucht !”

3. Deinen Körper fordern, und flexibel halten, immer wieder Dinge an deinem Training verändern.

Was auch immer du tust: Sei mit dir selbst zufrieden, lobe dich ! Dies ist vermutlich sogar der Schlüssel schlechthin zu jedem erfolgreichen Abnehm-Vorhaben !

In diesem Blog findest du eine Menge an Informationen, die dich beim Abnehmen unterstützen können. Ein Mind-Movie kann ein sehr gutes Tool sein, um dein Inneres in die richtige Richtung zu führen.

Viel Erfolg, berichte gerne, wie es dir dabei geht !