Ein Lob dem Eigenlob

Ganz bestimmt hast du irgendwann im Laufe deines Lebens den Spruch gehört „Eigenlob stinkt !“.

Und tatsächlich: Diese Ansicht war bis vor sehr wenigen Jahrzehnten durchaus sehr verbreitet, war teil einer „guten christlichen Erziehung“ und hat viele von uns sehr geprägt.

Was war früher mit Eigenlob gemeint ?

Bis weit ins letzte Jahrhundert ging es in unserer Kultur darum, die Erziehung eines Kindes in die Richtung zu bewegen, sich selbst nicht zu überschätzen. Es sollte nicht „hochmütig“ zu sein, sich nicht über andere zu stellen, sondern bescheiden, brav und demütig.

 
Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr gewandelt. Nun hat man auch als junger Mensch faktisch alle Freiheiten. Es ist zum allgemeinen Konsens geworden, dass Selbstverwirklichung wichtig ist, Freiheit und Spontaneität und vor allen Dingen: INDIVIDUALITÄT.
 
 

Die meisten Eltern haben zum Glück erkannt, dass es kein gutes Ergebnis bringt, Kinder zu prügeln, damit sie so sind, wie man sie haben möchte. Aber es tritt oft auch das Gegenteil ein: Kinder werden in vielen Fällen weitgehend sich selbst und ihrer eigenen Entwicklung überlassen, die Erziehung übernimmt das Netz und die social Media Plattformen. Soziales Verhalten steht dabei leider oft ebensowenig an hoher Stelle, wie zuvor.

 Vieles hat sich radikal verändert. Moralvorstellungen wurden gekippt, gesellschaftliches Verhalten umgedreht. Zuvor galt es als unverzeihlich, Homosexualität gegenüber tolerant zu sein, heute gilt es als „politisch inkorrekt“, Homosexualität abzulehnen.

Früher wurde auf beinahe keine Bedürfnisse bei Kindern und Jugendlichen Rücksicht genommen, heute gelten alle Bedürfnisse als „In Ordnung“.
 
Zuvor waren die Grenzen so eng, dass man kaum atmen konnte, heute sind sie so weit, dass man nicht mehr weiß, wie man all den Sauerstoff verarbeiten soll.

Eigenlob heute noch immer in Verruf ?

Eigenartigerweise hat sin der negative Ruf des Eigenlobs nicht mit gewendet. Noch immer wird es als seltsam angesehen, wenn man zu seinem Arbeitkollegen sagt: „Du, ich finde, das habe ich echt gut gemacht“.

Man muss es zumindest in eine Frage verpacken. Und dann vermutlich denkt der Kollege dann: „fishing for compliments“ .

Gleichzeitig jedoch blüht der Narzissmus mehr denn je. Social Media sind voll von Bekundungen eigener Herrlichkeit und Selbstüberhöhung. Jeder ist selbst der Größte, Beste und Tollste.

Wie kann man diesen Zwiespalt verstehen ? Wir damit umgehen ? Sich weder in die eine noch in die andere Richtung verbiegen.

Wenn man in die Tiefe blickt, wird man erkennen, dass jene, die sich krampfhaft selbst darstellen, in Wahrheit sich selbst genauso wenig schätzen (oder sogar noch weniger), als die Bescheidenen, die sich nicht trauen auch nur ein Wort des Lobes über sich selbst zu flüstern.

Die Lösung: Eigenlob Schritt für Schritt

Die Lösung liegt also einfach ganz bei uns selbst. Ungeachtet aller äußeren Beobachter.
 
Wie fühlt sich das wirklich tief innen an, zu sich selbst zu sagen „das hast du gut gemacht !“

Vielleicht toleriert man das gerade noch an sich, wenn man gerade einen Marathon gelaufen ist, oder eine Diplomprüfung bestanden hat. Aber sonst? Wenn man nur das tut, was man immer tut: Sich selbst loben nur weil es gelingt ?
 
Es kommt nicht darauf an, dieses Lob „an die große Glocke zu hängen“.
Es geht um DICH selbst und dein Verhältnis zu dir selbst !

Eigenlob glänzt sehr hell !

Was hindert uns eigentlich beinahe alle daran, uns selbst gegenüber oder gar öffentlich zu sagen oder zu schreiben: „Das habe ich gut gemacht !!“

Denk‘ mal selbst kurz darüber nach. Was hemmt dich dabei ? Was fühlt sich komisch an ?
 
Ja genau:
In den allermeisten fällen kommt das Gefühl hoch:
 
„So gut bin ich doch gar nicht“
„Das habe ich nicht verdient“
„Ich könnte viel besser sein“
oder
„Das wäre unbescheiden“
„Andere könnten lachen, dass ich mich DAFÜR auch noch lobe“
„Andere sind doch viel besser“
„Was denken die: dass ich mich selbst besser finde, als sie  ??“
 
Und viele andere Bedenken !!

Ein Experiment

Also lass uns das für uns selbst, nur als Gedankenexperiment, mal umdrehen !
Was wäre, wenn du selbst dich für Dinge lobst, die du gut machst ? So richtig bewusst innerlich zu dir in Worten zu sagen: „Das hast du gut gemacht“. Such dir einfach etwas aus, was du heute oder gestern getan hast, und was gut geklappt hat.
Sage es und spüre hinein…
Wie fühlt sich das an?
Seltsam?
Ungewohnt?
Verdient oder unberechtigt ?
Gut ?
Wohltuend?
 
Es macht gar nichts, es ist sogar völlig normal, wenn da von deinem Inneren ein gewisser Widerstand hochkommt. Du bist das ja schon viele Jahrzehnte lang anders gewohnt….

Angenommen, du würdest das jetzt jeden einzelnen Tag machen, dich für etwas zu loben, das du gut gemacht hast.

Was würde geschehen ?
  • Du würdest es eine Zeitlang machen, weil du es dir vorgenommen hast.
  • Vielleicht würden verschiedene Gefühle der Berechtigung oder Unberechtigung auftauchen.
  • Vielleicht würdest du auch gar nichts spüren und dir denken: „Wozu mache ich das eigentlich“
  • Oder du hättest Bedenken, deine Selbstwahrnehmung negativ zu beeinflussen, wenn du dich besser siehst, als du eigentlich bist.
Glaub mir, ich weiß wovon ich spreche !
 
Daher ist es wichtig, mit Dingen zu beginnen, die du sogar vor dir selbst nicht leugnen kannst:
  • Ein Essen, von dir gekocht, das anderen geschmeckt hat.
  • Eine Autofahrt bei schlechtem Wetter, die glatt und unfallfrei gelaufen ist.
  • Eine E-Mail, die du gut geschrieben und rechtzeitig abgeschickt hast.
  • Eine Aufmunterung, die du jemandem gegeben hast, dem es danach besser ging.

Was wird geschehen ?

Irgendwann kann auch dein Inneres nicht mehr leugnen, dass diese Dinge wahr sind. Es wird das eigene Lob schätzen lernen.
Es werden sich Gefühle der eigenen Wertschätzung entwickeln, alleine weil du genau HINSIEHST auf das was du gut machst.
 
Es ist immer gut, alle Ebenen einzubeziehen, also:

  • Klopfe dir auf die Schulter, wenn du dich lobst. Idealer Weise mit der rechten Hand auf die linke Schulter. Links geht nach innen: „Das hast du gut gemacht !!“
  • Fühle und erzeuge Freude darüber, was du geleistet hast. 
Mit der Zeit wird so aus dieser bemühten Geste der Vernunft eine Geste des Glaubens. An dich und an das Gute und an die Liebe. Zu dir selbst und damit zu anderen.
Also du erfüllst damit genau die Werte, die man vor einigen Jahrzehnten noch einforderte. Aber: du tust es auf positive, förderliche Weise.
 
Durch diese kleine Geste, die nicht mal jemand in der Umgebung groß bemerken muss, stärkst du so viele Ebenen, so viele Bereiche in dir auf Dauer.
 

Dein Inneres wird deine Wertschätzung bemerken für das, was es tagtäglich, selbstverständlich, unbemerkt, leistet.

Das ist genau, was dir dann unter vielem anderen helfen wird, zu erreichen, was du so inniglich haben möchtest ! Also warum auch nur einen einzigen Tag darauf verzichten ?

Es kostet nur eine kleine Überwindung, etwas Geduld und gar keine Zeit, ist also: Fast gratis!
 

Herzlichste Grüße von einer, die dies praktiziert und davon profitiert …

Monika🌱🌺

 

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